Neue EU-Zollbestimmungen ab 2026

Neue EU-Zollbestimmungen ab 2026 – Informationen zu 3 € Zollgebühr, Einfuhrsendungen bis zu 150 €, IOSS, PID-Produktidentifikatoren, Mehrwertsteuer und Zollbestimmungen in der Europäischen Union.

Anstehende Änderungen der EU-Versandkosten

EU-Einfuhrbestimmungen ab 2026

Neue EU-Zollbestimmungen für Importsendungen mit geringem Wert

Ab dem 1. Juli 2026 ändert sich die Zollabfertigung von Sendungen mit geringem Wert aus Drittländern in der Europäischen Union. Dies betrifft Käufer, die Waren aus Nicht-EU-Ländern erhalten, sowie Unternehmen, die Waren an Kunden in der EU versenden.

Diese Seite soll unseren Kunden ein klares Verständnis davon vermitteln, wann Zölle, Mehrwertsteuer und Bearbeitungsgebühren des Transportunternehmens anfallen können und welche Informationen der Zoll gegebenenfalls benötigt.

Was ändert sich ab dem 1. Juli 2026?

1. Die Zollvergünstigung von bis zu 150 € entfällt. Geringwertige kommerzielle Sendungen aus Nicht-EU-Ländern sind nicht mehr automatisch von der Einfuhrsteuer befreit, nur weil ihr Wert 150 € nicht übersteigt.
2. Für B2C-Sendungen wird eine Gebühr von 3 € erhoben. Für die meisten B2C-Sendungen mit geringem Wert wird vorübergehend ein Zoll von 3 € pro Zollanmeldung/HS-Codezeile erhoben.
3. Die Mehrwertsteuerregeln bleiben unverändert Die Einfuhrumsatzsteuer wird weiterhin gemäß den geltenden nationalen Vorschriften erhoben. In Litauen beträgt der reguläre Mehrwertsteuersatz 21 %.
4. Genauere Produktdaten werden benötigt. Produktbeschreibung, HS-Code, Ursprungsland, Wert, Menge und Produktidentifikatoren gewinnen für eine reibungslose Zollabfertigung noch mehr an Bedeutung.

Was bedeutet eine Gebühr von 3 €?

Die Gebühr von 3 € gilt nicht einfach „pro Sendung“. Sie kann pro Position in der Zollanmeldung berechnet werden, in der Regel nach der einzelnen HS-/Tarifklassifizierung der Waren.

Ein Beispiel Mögliche Anwendung
1 Artikel pro Sendung Es kann 1 Deklarationszeile = 3 € Zollgebühren geben.
3 identische Waren mit demselben HS-Code in einer Sendung Es kann 1 Deklarationszeile = 3 € Zollgebühren geben.
Drei verschiedene Waren mit unterschiedlichen HS-Codes in einer Sendung Es können 3 Deklarationszeilen angegeben werden = 9 € Zollgebühren.
Die endgültige Genehmigung erfolgt durch den Zoll oder einen Zollagenten auf Grundlage der jeweiligen Ware, ihrer Klassifizierung, ihres Wertes, ihres Ursprungs und der vorgelegten Dokumente.

B2C- und B2B-Importe: Worin liegt der Unterschied?

Tipas Wer bewirbt sich? Was ist wichtig?
B2C Das Unternehmen liefert das Produkt an den Endkunden. Für Sendungen mit geringem Wert kann je nach Deklaration/HS-Zeile ein Zoll von 3 € erhoben werden.
B2B Ein Unternehmen sendet ein Produkt an ein anderes Unternehmen. Es können reguläre Zollgebühren anfallen, und die vereinfachte Zollanmeldung bis zu 150 € ist möglicherweise nicht mehr möglich.
iOS Wenn die Einfuhrumsatzsteuer zum Zeitpunkt des Kaufs erhoben wird. Die Mehrwertsteuer kann im Voraus bezahlt werden, dies beseitigt jedoch nicht automatisch alle Zollformalitäten oder mögliche Zölle.

Welche Daten könnten die Zollbehörden benötigen?

  • Der genaue Produktname, nicht eine allgemeine Beschreibung, z. B. nicht „Geschenk“ oder „Kosmetik“, sondern eine spezifische Produktart.
  • HS/TARIC-Warencode.
  • Wert und Währung des Artikels.
  • Menge und Maßeinheit.
  • Herkunftsland des Produkts.
  • Angaben zu Verkäufer und Empfänger.
  • Rechnung oder Bestellbeleg.
  • Produktidentifikatoren: Verkäufer-Produkt-ID, Hersteller-Produkt-ID, GTIN/EAN/UPC, falls verfügbar.
  • E-Mail-Adresse und Telefonnummer des Empfängers, damit der Spediteur Sie bezüglich Gebühren oder weiterer Details kontaktieren kann.

Produktkennzeichnungen ab dem 1. November 2026.

Laut Angaben der Transportunternehmen werden Produktidentifikatoren für B2C-Sendungen in die EU ab dem 1. November 2026 zu einem obligatorischen Datenelement auf Ebene der Deklarationszeile.

  1. Produktidentifikator des Verkäufers – Artikelnummer (SKU), Produktcode oder ein anderer vom Verkäufer verwendeter Code.
  2. Nicht standardisierte Produktkennung des Herstellers – Produktcode, Modellnummer oder interne Herstellernummer des Herstellers.
  3. Standardisierte Herstellerproduktkennung – GTIN, EAN, UPC oder ein anderer Standardcode, falls das Produkt über einen solchen verfügt.
Wichtig: Wenn dem Zoll oder dem Transportunternehmen Daten fehlen, kann es zu Verzögerungen, Einbehaltung oder Rücksendung der Sendung kommen, oder der Empfänger kann eine zusätzliche Zahlungsaufforderung für Zölle, Mehrwertsteuer und Verwaltungskosten des Transportunternehmens erhalten.

Was empfehlen wir Käufern?

  • Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Produkt aus der EU oder aus einem Drittland versendet wird.
  • Prüfen Sie, ob im Endpreis Mehrwertsteuer und Einfuhrzölle enthalten sind.
  • Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer korrekt an.
  • Bewahren Sie die Auftragsbestätigung und den Zahlungsbeleg auf.
  • Falls der Netzbetreiber Daten anfordert, stellen Sie diese bitte so schnell wie möglich zur Verfügung.
  • Beachten Sie, dass die Zollgebühren letztendlich vom Zoll oder einem von ihm autorisierten Vermittler berechnet werden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Werden ab dem 1. Juli 2026 alle Sendungen bis zu einem Wert von 150 € steuerpflichtig?
Gewerbliche Importlieferungen aus Drittländern profitieren nicht mehr automatisch von einer Zollvergünstigung von bis zu 150 €. Zölle, Mehrwertsteuer und Bearbeitungsgebühren des Transportunternehmens können anfallen.
Gilt die Gebühr von 3 € für die gesamte Sendung oder für jeden einzelnen Artikel?
Die Anwendung erfolgt üblicherweise über eine Deklarations-/HS-Codezeile. Werden mehrere Waren unter verschiedenen Codes klassifiziert, können mehrere Zeilen erforderlich sein.
Bleibt die Einfuhrsteuer bestehen?
Ja. Die Einfuhrumsatzsteuerregeln bleiben im Wesentlichen unverändert. In Litauen beträgt der Standardumsatzsteuersatz 21 %, die endgültige Anwendung hängt jedoch vom Einzelfall ab.
Was ist iOS?
IOSS ist ein Import-One-Stop-Shop, in dem die Mehrwertsteuer auf Waren bis zu einem Wert von 150 € direkt beim Kauf erhoben werden kann. IOSS entbindet jedoch nicht von der Pflicht, Waren korrekt beim Zoll anzumelden.
Kann ich den IOSS-Code selbst beim Zoll einreichen?
Laut litauischem Zoll ist beim Kauf von Waren im Rahmen des IOSS-Programms keine separate Anmeldung erforderlich – solche Sendungen werden von den Spediteuren angemeldet, die die IOSS-Informationen über elektronische Systeme erhalten.
Warum fragt der Mobilfunkanbieter nach meiner E-Mail-Adresse oder Telefonnummer?
Diese Daten werden benötigt, damit der Spediteur Sie bezüglich der Zollabfertigung, zusätzlicher Informationen oder der Zahlung von Einfuhrzöllen kontaktieren kann.
Was ist ein HS- oder TARIC-Code?
Dies ist ein internationaler Warenklassifizierungscode, anhand dessen der Zoll den Zollsatz, die Einfuhrbeschränkungen und andere Einfuhrbestimmungen festlegt.
Was ist eine Produktkennung (PID)?
Hierbei handelt es sich um einen Code, der zur genauen Identifizierung eines Produkts dient: die Artikelnummer des Verkäufers (SKU), das Modell des Herstellers, die EAN, der UPC, die GTIN oder ein anderer Produktcode.
Fallen zusätzliche Gebühren von DHL, FedEx oder einem anderen Versanddienstleister an?
Ja. Zusätzlich zu Zollgebühren und Mehrwertsteuer kann der Spediteur eine Zollabfertigungs-, Verwaltungs- oder Steuerbearbeitungsgebühr erheben.
Was passiert, wenn die Produktbeschreibung in den Dokumenten ungenau ist?
Die Sendung kann zur Überprüfung zurückgehalten werden, es können zusätzliche Dokumente angefordert werden und die Lieferung kann sich verzögern.

Informationsquellen

Die Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Daten der Europäischen Kommission (TAXUD), des litauischen Zolls, von FedEx und DHL. Diese Seite dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine individuelle Zoll-, Steuer- oder Rechtsberatung dar.